Veröffentlichungen

"Lebensräume"

Wie schärft Corona unsere Sinne?

Arbeiten zum Thema Zum Inhalt Im offenen Atelier des chilenischen Kunstmalers Hernando León in Dresden/Laubegast wird zurzeit an einem interessanten Gemeinschaftsprojekt gearbeitet.
Im Rahmen der Ausstellung "Karneval und Corona", die bis zum 25. Oktober für Besucher gezeigt wurde, projizierten Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Stilrichtungen (Lyrik, Prosa) ihre Gedanken und Empfindungen zu den Bildern Hernando Leóns und brachten sie zu Papier.
In einer zweiten Phase des Projekts sollen die Ergebnisse dieser Arbeit schauspielerisch umgesetzt und in einem gemeinsamen Werk unter dem Titel "Lebenräume in der Zeit von Corona" zusammengeführt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf unterschiedlichen Blickrichtungen wie Angst und Unsicherheit, Verwirrung, aber auch auf Hoffnung und auf dem Finden und Nutzen neuer Möglichkeiten.
Voraussichtlich im Frühjahr 2021 soll das Projekt abgeschlossen und öffentlich präsentiert werden.

Arbeiten zum Thema

Im offenen Atelier des chilenischen Kunstmalers Hernando León in Dresden/Laubegast wird zurzeit an einem interessanten Gemeinschaftsprojekt gearbeitet.
Im Rahmen der Ausstellung "Karneval und Corona", die bis zum 25. Oktober für Besucher gezeigt wurde, projizierten Künstlerinnen und Künstler unterschiedlicher Stilrichtungen (Lyrik, Prosa) ihre Gedanken und Empfindungen zu den Bildern Hernando Leóns und brachten sie zu Papier.
In einer zweiten Phase des Projekts sollen die Ergebnisse dieser Arbeit schauspielerisch umgesetzt und in einem gemeinsamen Werk unter dem Titel "Lebenräume in der Zeit von Corona" zusammengeführt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf unterschiedlichen Blickrichtungen wie Angst und Unsicherheit, Verwirrung, aber auch auf Hoffnung und auf dem Finden und Nutzen neuer Möglichkeiten.
Voraussichtlich im Frühjahr 2021 soll das Projekt abgeschlossen und öffentlich präsentiert werden.

Leseprobe

Zwischen Karneval und Corona - Gedanken zur Ausstellung von Hernando León


Der Sommer verweht in spinnfeinen Weben. Draußen vor der Tür fließt der Fluss. Sonne lebt, auch in mir, die ich den Raum betrete mit eine Mischung aus Neugier und leisem Zweifel.
Karneval und Corona . . .?

Mein Blick sucht das neutrale Weiß des Gewölbes. Er ruht sich aus am gelbgrauen Sandstein der tragenden Säulen. Erst dann streift er zögernd über die Bilder, gerät langsam in den Sog der Gedanken, die in ihnen stecken. Wer eintritt und bleibt,
hat keine Wahl. Er muss sich die Krone aufsetzen oder soll ich sagen er darf.
Schauen. . .

Ich betrachte die vier Reiter der Apokalypse, die ihren Ursprung haben in der biblischen Offenbarung, wieder und wieder kunstvoll gestaltet, wohl am bekanntesten in den Holzschnitten Albrecht Dürers. Ihre modernen Verwandten feiern keine
Auferstehung. Sie waren stets gegenwärtig, haben uns begleitet durch die Jahrhunderte und lassen uns heute mehr denn je mit der Frage zurück: Werden sie uns endgültig vernichten? Werden sie uns nach Art des "Decamerons" in den Strudel
des Karnevals treiben, bis wir zu Tode erschöpft von Ausschweifungen zu spät an Umkehr denken?

Instinktiv spüre ich Abwehr, wehre mich, will mich nicht verschlingen lassen von der "Dunklen Welt der Corona". Nach dem lüsternen "Ungeheuer Covid-19" würde ich bei längerer Betrachtung ein Tintenfass werfen und einzig das Bild
"Wir werden uns wieder umarmen" bringt ein Stück Hoffnung in meine ins Wanken geratene Welt.




Haikus zu drei Bildern


"Krone der Corona"
zwischen Wahn und Sinn / unsichtbare Königin / Majestät regiert


"Ungeheuer Covid-19"
lüsterner Teufel / du verdienst ein Tintenfass / bleibt Flucht als Rettung?


"Dunkle Welt der Corona"
wir steigen hinab / getrieben von Übermut / Angst als Begleiter