Veröffentlichungen

Lebensräume : "erspüren - ergänzen - erleben"

Ein Projekt in Zeiten von "Corona" 2020-2021

Zum Inhalt Im vergangenen Jahr fand sich spontan eine Gruppe Künstler und Kulturschaffender aus Dresden und Umgebung zusammen. Sie brachten Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen mit (Malerei, Grafik, Lyrik, Prosa, Film) und wollten die Zeiten des Lockdowns kreativ nutzen. Sie tauschten Gedanken und Ideen aus, stritten und diskutierten. Als Ergebnis entstanden Arbeiten zu den Themen "Corona" und "Umwelt", den beiden Themen, die das Leben zurzeit bestimmen und unsere Lebensräume begrenzen. Auf Initiative des chilenischen Kunstmalers Hernando León, der seit vielen Jahren in Dresden lebt, wanderte das Projekt aus den heimischen Ateliers, vom Schreib- und Küchentisch aus weiter über Landesgrenzen bis nach Lateinamerika. KünstlerInnen aus Mexiko, Peru und Chile beteiligten sich, Kinder schickten Bilder aus Argentinien, Indien und Südafrika. Die so entstandene Ausstellung sehr unterschiedlicher Werke hat eines gemeinsam: Sie erspürt Stimmungen und Befindlichkeiten, nimmt den Betrachter mit in eine Welt des Erlebens und macht klar, unsere Probleme sind längst global.
Zu sehen war die Ausstellung Ende Juli 2021 zum "Tag der Kunst" im Pesthaus in Pirna, von Ende August 2021 bis Ende Oktober in der "Galerie" am Laubegaster Ufer in Dresden. Mit weit mehr als eintausend Besuchern waren beide Ausstellungen nach Einschätzung der Beteiligten ein großer Erfolg. Es gab intensive Gespräche, Kritik und Anregungen. So beendete eine ältere Besucherin ihren Rundgang mit den Worten: "Das alles macht mich sehr traurig. Da ist nichts, was Hoffnung gibt." Ratlos stand sie vor einer fast lebensgroßen, farbigen Holzfigur, die auf dem Rücken liegend, mit einem Corona-Virus jongliert. Ich musste zugeben, auf den ersten Blick ließen die Titel der Bilder, Plastiken und Texte wenig Spielraum für Lebensfreude. "Krone der Corona", "Klage des Regens" und "Brandspuren" zaubern kein Lächeln auf die Gesichter. Erst nach einem längeren Gespräch drang die Besucherin Stück für Stück tiefer ein in Sinn und Form der Ausstellung und stellte schließlich fest: "Ja, es ist wichtig, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, auch wenn sie unbequem und wenig erfreulich sind." Damit hatte sie den Nerv der Ausstellungsmacher getroffen.
Zurzeit befinden sich die Exponate im Depot. Doch die Arbeit ist nicht beendet. Es wird weiter gemalt, geschrieben und gezeichnet und Neues entsteht für weitere Ausstellungen in diesem Jahr.

Zum Inhalt Im vergangenen Jahr fand sich spontan eine Gruppe Künstler und Kulturschaffender aus Dresden und Umgebung zusammen. Sie brachten Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Bereichen mit (Malerei, Grafik, Lyrik, Prosa, Film) und wollten die Zeiten des Lockdowns kreativ nutzen. Sie tauschten Gedanken und Ideen aus, stritten und diskutierten. Als Ergebnis entstanden Arbeiten zu den Themen "Corona" und "Umwelt", den beiden Themen, die das Leben zurzeit bestimmen und unsere Lebensräume begrenzen. Auf Initiative des chilenischen Kunstmalers Hernando León, der seit vielen Jahren in Dresden lebt, wanderte das Projekt aus den heimischen Ateliers, vom Schreib- und Küchentisch aus weiter über Landesgrenzen bis nach Lateinamerika. KünstlerInnen aus Mexiko, Peru und Chile beteiligten sich, Kinder schickten Bilder aus Argentinien, Indien und Südafrika. Die so entstandene Ausstellung sehr unterschiedlicher Werke hat eines gemeinsam: Sie erspürt Stimmungen und Befindlichkeiten, nimmt den Betrachter mit in eine Welt des Erlebens und macht klar, unsere Probleme sind längst global.
Zu sehen war die Ausstellung Ende Juli 2021 zum "Tag der Kunst" im Pesthaus in Pirna, von Ende August 2021 bis Ende Oktober in der "Galerie" am Laubegaster Ufer in Dresden. Mit weit mehr als eintausend Besuchern waren beide Ausstellungen nach Einschätzung der Beteiligten ein großer Erfolg. Es gab intensive Gespräche, Kritik und Anregungen. So beendete eine ältere Besucherin ihren Rundgang mit den Worten: "Das alles macht mich sehr traurig. Da ist nichts, was Hoffnung gibt." Ratlos stand sie vor einer fast lebensgroßen, farbigen Holzfigur, die auf dem Rücken liegend, mit einem Corona-Virus jongliert. Ich musste zugeben, auf den ersten Blick ließen die Titel der Bilder, Plastiken und Texte wenig Spielraum für Lebensfreude. "Krone der Corona", "Klage des Regens" und "Brandspuren" zaubern kein Lächeln auf die Gesichter. Erst nach einem längeren Gespräch drang die Besucherin Stück für Stück tiefer ein in Sinn und Form der Ausstellung und stellte schließlich fest: "Ja, es ist wichtig, sich mit diesen Themen zu beschäftigen, auch wenn sie unbequem und wenig erfreulich sind." Damit hatte sie den Nerv der Ausstellungsmacher getroffen.
Zurzeit befinden sich die Exponate im Depot. Doch die Arbeit ist nicht beendet. Es wird weiter gemalt, geschrieben und gezeichnet und Neues entsteht für weitere Ausstellungen in diesem Jahr.

Leseprobe



Haikus von Gisela Dietz zu Bildern Hernando Leóns


zu "Krone der Corona" (siehe oben)

zwischen wahn und sinn
unsichtbare königin
majestät regiert



zu "Ungeheur Covid-19"

lüsterner teufel
du verdienst ein tintenfass
bleibt flucht als rettung?


zu "Dunkle Welt der Corona"

wir steigen hinab
getrieben von übermut
angst als begleiter


zu "Affe "

der bildschirm flackert
covid cross-overt ins netz
wer impft die affen?